Einbruchsschutz, Hausbau

Schützen Sie Ihr Zuhause vor Einbrüchen – Tipps und Maßnahmen zur Sicherung Ihrer Privatsphäre

Sind sie schon einmal Opfer eines Einbruchs geworden? Dann belastet sie neben dem materiellen Schaden sicher auch eine gewisse Unsicherheit und die Verletzung Ihrer Privatsphäre. Damit sind Sie nicht allein. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts gab es in Deutschland im Jahr 2020 insgesamt 85.903 Einbrüche in Wohnungen und Häuser. Die meisten Einbrüche (rund 56%) ereigneten sich zwischen 6 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Im Durchschnitt belief sich der Schaden auf mehrere tausend Euro. Die Erfahrung zeigt, dass viele Hausbesitzer erst nach einem Einbruch nach Maßnahmen suchen, sich zu schützen.

Ob Sie bereits Opfer eines Einbruchs waren oder noch nicht, sollte angesichts dieser Zahlen nicht die Sicherheit Ihres Hauses für Sie höchste Priorität haben? Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können.

  1. Finden Sie die Schwachstellen in Ihrer Umgebung. Gibt es Zugangspunkte zu Ihrem Haus, die von außen nicht gut einsehbar sind? Gibt es Fenster oder Balkontüren, die über abgestellte Mülltonnen, Vordächer oder Regenrinnen zu erreichen sind? Wenn ja, dann sollten Sie dort mit der Sicherung beginnen.
  2. Beseitigen Sie offensichtliche Einladungen. Lassen Sie Fenster und Türen, Garten- oder Garagentore manchmal offen? Lassen Sie im Urlaub die Rollläden geschlossen und den Briefkasten überquellen? Diese Fehlerquellen lassen sich leicht beseitigen. Bitten Sie zum Beispiel Nachbarn, während Ihres Urlaubes den Briefkasten zu leeren und morgens Ihre Rollläden hochzuziehen. So entsteht der Eindruck, dass Ihr Haus bewohnt ist.
  3. Informieren Sie Sich über Ihre Möglichkeiten. Möchten Sie an bestehenden Fenstern und Türen Sicherheit nachrüsten, oder möchten Sie neue, sichere Elemente verbauen lassen? Verfügen Sie über nötige Stromquellen, um Elektronische Sicherungen wie Alarmanlage oder Videoüberwachung installieren zu können?

Es gibt Studien und Statistiken, die zeigen, dass ein Einbrecher im Durchschnitt etwa fünf Minuten benötigt, um in ein Haus einzudringen, wenn keine Sicherheitsmaßnahmen vorhanden sind. Solche Häuser werden von Einbrechern oft gezielt gesucht, um ihr Risiko zu minimieren und schneller vorzugehen. Treffen Sie hingegen auf Widerstand, lassen sie nach kurzer Zeit von ihrem Vorhaben ab.

Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn sie an bestehenden Elementen Sicherheit nachrüsten wollen?

Bei Bestandsfenstern können sie durch verschiedene Maßnahmen nachträglich die Sicherheit erhöhen. Eine unkomplizierte Maßnahme ist der Austausch der Zylinderschlösser an Haus-Wohnungs- oder Nebeneingangstüren. Einfach Zylinderschlösser stellen für einen geübten Einbrecher mit entsprechendem Werkzeug keine Probleme dar. Mithilfe eines Bohrers oder dem sogenannten Picking lassen sich die federgelagerten Stifte im Innenleben des Zylinders so manipulieren, dass die Tür geöffnet werden kann. Abhilfe schaffen Zylinder mit Anti-Picking System oder einem Bohrschutz. Im Baumarkt bekommen Sie außerdem eine große Auswahl an Zusatzverriegelungen, wie beispielsweise Pilzkopfverriegelungen, Stangenschlösser oder Panzerriegel. Diese lassen sich meist von innen am Rahmen befestigen und halten großen Belastungen, etwa durch Hebeln von außen stand. Lassen Sie sich dazu entsprechend beraten. Ebenfalls einfach und schnell lassen sich die einfachen Fenstergriffe gegen abschließbare (Link) austauschen. Ein gekipptes Fenster mit normalem Griff ist ein Sicherheitsrisiko: Mithilfe einer Schlaufe, die um den Griff gezogen wird, lässt sich so ein Fenster geräuschlos und spurlos öffnen. Ein abschließbarer Griff dagegen blockiert in seiner Stellung und lässt sich nicht mehr drehen. Eine weitere, wirkungsvolle Variante, die aber gleichzeitig einen optischen Einschnitt mit sich bringt, ist ein Gitter, dass vor dem Fenster angebracht wird. Dies kann gerade bei Kellerfenstern sinnvoll sein.

Sie können aber Ihre bestehenden Fenster auch problemlos auf den neusten Stand der Technik bringen und wirksame Einbruchhemmung oder wichtige Komfortfunktionen nachrüsten. Und zwar ohne dabei die Optik des Fensters durch unschöne „Aufschraub-Produkte“ zu verändern. Dazu werden die Fenster vom Fachmann kurz ausgehängt, um unkompliziert bei Ihnen vor Ort die veraltete Beschlagtechnik im Fenster durch moderne Pilzköpfe und Rahmenteile aus Stahl zu ersetzen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen kann ich für neue Elemente wählen?

Wenn Sie vorhaben, Ihr Haus mit neuen Elementen auszustatten, können Sie vorab festlegen, welche Sicherheitsmerkmale diese erfüllen sollen. Vor allem der Beschlag und das Glas bieten den Spielraum dazu.

Der Beschlag verriegelt mit sogenannten Pilzköpfen das Fenster. Sie sind in der Regel aus Metall gefertigt und bestehen aus einer Art Zapfen, der in ein spezielles Schließblech im Fensterrahmen eingreift. Je höher die Anzahl der verbauten Pilzköpfe, desto mehr Verriegelungspunkte gibt es. Dadurch lässt sich ein Fenster kaum mehr aufhebeln. Auch die bereits erwähnten abschließbaren Fenstergriffe machen Sinn. Bedenken Sie jedoch, dass verlegte Schlüssel gerade bei Fluchtwegen ein Sicherheitsrisiko darstellen können.